Sonntag, 27.09.2020 11:13 Uhr

Formel-E: Final-Six in Berlin

Verantwortlicher Autor: Markus Faber Berlin (DEU), 05.08.2020, 08:01 Uhr
Presse-Ressort von: Markus Faber Bericht 5669x gelesen

Berlin (DEU) [ENA] Fünf Monate nach der vorübergehenden Corona-Pause geht es in der Formel E endlich wieder los: Mit sechs Rennen binnen neun Tagen beschließt die Elektroserie zwischen dem 5. und 13. August ihre Meisterschaft 2019/20. Im Titelkampf ist weiterhin alles offen. Auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof werden die sechs Rennen austragen - und zwar auf drei verschiedenen Streckenführungen.

Hinter den Verantwortlichen der Formel E liegen einige arbeitsreiche Monate. Nur zwei Wochen nach dem Marrakesch E-Prix am 29. Februar verkündete die Serie, dass die laufende Saison vorübergehend ausgesetzt würde. Zuvor mussten alle ursprünglich geplanten Renntermine verlegt werden. In den folgenden Wochen begann ein Ringen um Termine: Ersatz-Rennen in Sanya, Valencia, Portimao oder Brands Hatch standen zur Debatte. Letztlich bekam jedoch Berlin den Zuschlag. Als einziger Ort, an dem in jeder Saison seit der Formel-E-Gründung ein E-Prix ausgetragen wurde, wird die Stadt an der Spree 2020 den Schauplatz für das große Saisonfinale stellen.

In Berlin findet die Elektroserie nahezu ideale Bedingungen für die Austragung der Rennen vor. Einerseits bietet das flache Vorfeld des Flughafens für die Strecken-Designer ideale Bedingungen, um mit verschiedenen Layout-Konfigurationen zu experimentieren. Andererseits ist das Areal gut von der Außenwelt abgrenzbar, sodass die strengen Hygiene-Vorschriften eingehalten werden können. Ebenfalls positiv: Für die sechs Rennen wird der öffentlichen Verkehr in der Metropole an der Spree so gut wie nicht beeinträchtigt.

Was bisher geschah...

Die Formel E organisierte in den vergangenen Monaten unter anderem eine eigene E-Sports-Meisterschaft. In der "Race at Home Challenge" traten wöchentlich alle 24 Formel-E-Fahrer gegeneinander an und kämpften um einen virtuellen Titel. Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne gewann die Online-Serie vor Pascal Wehrlein. Für die größten Schlagzeilen im Rahmen der „Race at Home Challenge“ sorgte allerdings Daniel Abt. Im sechsten Rennen der Meisterschaft ließ der Deutsche einen professionellen E-Sportler sein Fahrzeug steuern, der im virtuellen Audi-Renner prompt das Podium erreichte. Noch am selben Abend flog der Schwindel jedoch auf. Die Aktion kam in Ingolstadt alles andere als gut an: Audi suspendierte Abt nach dem Vorfall.

Abt wird in der Hauptstadt stattdessen für das chinesische Team Nio 333 antreten. Dort übernimmt er das Cockpit von Ma Qing Hua. Anstelle von Pascal Wehrlein, der seinen sofortigen Abschied von Mahindra überraschend via Instagram vermeldete - voraussichtlich, um nächstes Jahr für Porsche zu starten, wird der Brite Alex Lynn für den indischen Rennstall fahren. Sergio Sette Camara übernimmt das Dragon-Lenkrad von Brendon Hartley, den sein Team ebenfalls völlig überraschend verließ. Die Formel E gab zudem Details zum Rennkalender der nächsten Saison bekannt und verkündete, dass im nächsten Jahr erstmals der vollständige Grand-Prix-Kurs in Monaco genutzt werde.

Da vier der sechs Berlin-Rennen unter der Woche stattfinden, weicht die Formel E in diesem Jahr von ihrem üblichen Zeitplan ab. Der Rennstart wird dabei jeweils um drei Stunden nach hinten verschoben, sodass jeder Lauf um 19 Uhr beginnt. Die Qualifyings starten jeweils um 14:15 Uhr. Etwas unübersichtlicher wird es beim Beginn der Trainingssitzungen am Vormittag. Jeweils am ersten Tag eines neuen "Double-Headers" finden zwei Trainings statt, am zweiten Tag hingegen nur eines. Der erste "Double-Header" in Berlin findet auf dem umgekehrten Layout der Formel-E-Strecke aus dem Vorjahr statt. Anstelle der Schneckenkurve zum Start der Runde beginnt die Tour nun also mit zwei Kehren, bevor eine schnelle S-Kurve folgt.

Das dritte und vierte Berlin-Rennen am 8./9. August findet hingegen auf dem bekannten Kurs von 2019 statt. Einzig die Einfahrt in die Boxengasse ändert sich im Vergleich zum Vorjahr. Die Strecke umfasst insgesamt zehn Kurven und bietet einen Mix aus harten Bremszonen, zwei längeren Geraden und technisch anspruchsvollen Abschnitten. Für die zwei letzten Berlin-Läufe wird der Kurs erneut angepasst. Am 12. und 13. August befahren die Piloten einen neuen Streckenabschnitt, in dem mehrere mittelschnelle Kurven aneinandergereiht werden. Eine Anpassung in Kurve 4 verändert zudem die "Ausfahrt" auf die Gegengerade. Die Distanz einer Runde verlängert sich durch die neuen Abschnitte auf 2,505 Kilometer.

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