Sonntag, 18.02.2018 23:01 Uhr

WEC: Porsche kürt sich in Shanghai zum Weltmeister

Verantwortlicher Autor: Markus Faber Shanghai (CHN), 05.11.2017, 15:46 Uhr
Presse-Ressort von: Markus Faber Bericht 5386x gelesen

Shanghai (CHN) [ENA] Porsche hat beim vorletzten Lauf zur FIA Langstreckenweltmeisterschaft den Fahrer- und Herstellertitel erfolgreich verteidigt. Mit den Plätzen zwei und drei holt das Porsche LMP Team die beiden Pokale zum dritten Mal in Folge nach Zuffenhausen. Dem Werksfahrer-Trio Earl Bamber (NZL), Timo Bernhard (DEU) und Brendon Hartley (NZL) reichte Platz zwei im Sechsstundenrennen von Shanghai zum Titelgewinn.

Die Teamkollegen im zweiten Porsche 919 Hybrid – der heute abgelöste Weltmeister Neel Jani (CHE), André Lotterer (DEU) und Nick Tandy (GBR) – kamen in China als Dritte ins Ziel. Ein Defekt zu Rennbeginn hatte die drei zurückgeworfen. Der Sieg im achten von neun WM-Läufen ging an Toyota #8 mit Anthony Davidson (GBR), Kazuka Nakajima (JPN), Sebastien Buemi (CHE). Bis zur 174. von 195 Runden sah es so aus, als würde die Hersteller-WM bis zum Finale in knapp zwei Wochen offen bleiben. Dann jedoch musste der zweite Toyota nach einer Kollision einen längeren Boxenstopp einlegen. Dadurch rückten beide Porsche 919 Hybrid jeweils um eine Position auf.

An der Spitze hatte sich zu diesem Zeitpunkt Jose-Maria Lopez im von Pole gestarteten Toyota #7 (Conway/Kobayashi/Lopez) etabliert. Doch der dreimalige Tourenwagen-Weltmeister wurde aus allen Träumen gerissen, als er nach 30 Minuten beim Überrunden einem LMP2 in die Seite fuhr und sich drehte. "Ich habe den Speed falsch eingeschätzt, das ist nicht seine Schuld", gibt Lopez zu. Es sollte nicht lange dauern, bis der Toyota #7 wieder auf Rang zwei lag. Nun war die von Toyota ohnehin bevorzugte Reihenfolge ohne jegliche Teamorder hergestellt. Nach nur 34 Minuten war Nick Tandy plötzlich im Schritttempo auf der Gegengeraden unterwegs. Der Gaspedalsensor funktionierte nicht richtig.

Ein Reset konnte das Problem beheben, doch der Prozess dauerte mehr als eine Minute. Von nun an lagen Bernhard/Bamber/Hartley auf Titelkurs. Nach einer Kollision zwischen Kamui Kobayashi und Neel Jani nach zwei Stunden in der ersten Kurve kam kurz Hektik am Kommandostand auf. Die Boxenstopps hatten die Reihenfolge kurzzeitig durcheinandergewürfelt. Beide Fahrzeuge konnten weiterfahren und trugen keine größeren Schäden davon. Von da an schienen die Positionen bezogen. Doch eine halbe Stunde vor Schluss wendete sich das Blatt radikal:Jose-Maria Lopez fuhr beim Überrunden erneut ein zu aggressives Manöver und kollidierte mit dem GT-Porsche #91 (Lietz/Makowiecki) eingangs der Gegengeraden.

Damit rückten die beiden Porsche auf die Plätze zwei und drei nach vorn, womit auch die Hersteller-WM in China entschieden wurde. Timo Bernhard: „Der zweite WM-Titel ist Wahnsinn, das kann ich gar nicht in Worte fassen. Es ist eine Ehre, für das Porsche LMP-Team und die Marke zu fahren, einfach mega. Ich bin erleichtert, dass wir gemeinsam beide Titel errungen haben. Jetzt können wir beruhigt nach Bahrain reisen. Mein Stint war gut, aber er stand natürlich unter der Prämisse, dass uns Platz drei reicht. Ich hätte noch zulegen können, aber das mussten wir ja nicht mehr. Wir haben sogar etwas Tempo herausgenommen, um das Auto sicher über die Distanz zu bringen. Um Toyota ärgern zu können, hat das letzte Bisschen gefehlt.

Wir haben sogar etwas Tempo herausgenommen, um das Auto sicher über die Distanz zu bringen. Um Toyota ärgern zu können, hat das letzte Bisschen gefehlt. Aber das Auto hielt durch und die Crew hat wieder einen sensationellen Job abgeliefert – darum geht es im Langstreckensport ja auch. Vielen, vielen Dank an alle und natürlich auch an Brendon und Earl.“

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