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Großwahl in Göttingen: Jugendparlament gewählt 01.07.20

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Goettingen, 01.07.2020, 01:01 Uhr
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Und 44 waren zur Wahl angetreten, 31 wurden erhört
Und 44 waren zur Wahl angetreten, 31 wurden erhört  Bild: S. Hofschlaeger / www.pixelio.de

Goettingen [ENA] Nun wurde in diesen Tagen auch in Göttingen ein sogenanntes Jugendparlament ins Leben gerufen. Das endgültige Wahlergebnis soll erst am Donnerstag feststehen, warum das bei der geringen Beteiligung so lange dauert, ist völlig unüblich und auch unbegründet.

Aber der Reihe nach. 2016 hatten einige Jugendliche in Göttingen die Idee wie schon in manchen anderen Städten in Deutschland ein Jugendparlament zu gründen. Damit das Ganze auch Sinn macht, wurde die Stadt entsprechend in Kenntnis gesetzt und schließlich stimmte der Rat der Stadt erwartungsgemäß Ende 2018 zu. Dessen Mitglieder und Wahlberechtigte sollten zwischen 13 – 17 Jahre alt sein, eine weiterführende Schule oder Bildungseinrichtung besuchen oder gerade in Ausbildung sein.

Alternativ reichte auch der Hauptwohnsitz in Göttingen. Die eigentlich für Herbst 2019 geplante Wahl mußte aus organisatorischen Gründen verschoben werden. Anfang 2020 dann wurde das Projekt gestartet, ab Mitte Januar bis zum 7. Februar konnten Wahlvorschläge eingereicht werden oder eine Eigennominierung erstellt werden. Wahlzeit sollte 2 Jahr sein, insgesamt waren 31 Plätze im Jugendparlament vorgesehen. Die Wahlvorschläge wurden bei der Wahlleitung der Stadt Göttingen Referat Statistik und Wahlen gesammelt.

Trotz der immer so propagandierten Frauenquote war das bei dieser Wahl seltsamerweise kein Thema. Am 13. Februar schließlich wurde die Wahlliste veröffentlicht mit insgesamt 44 möglichen Mitgliedern, darunter gerade mal jeweils 1 Kandidat von der BBS 1 und BBS 2, also in Sachen Ausbildungsunterstützung denkbar geringste Vertretung. Zwischen dem 11. – 18 März sollte dann die eigentliche Wahl stattfinden, durch Coronamaßnahmen wurde die Wahl aber in den Juni 2020 verschoben, wo dann rund 15.000 Wahlberechtigte online per Code oder beim Referat direkt mit Unterlagen wählen konnten.

Gerade mal 3021 Stimmen wurden bei dieser Wahl abgegeben, das zeigt das Interesse, das die Jugendlichen dem Jugendparlament entgegengebracht haben oder auch den Vertretungswunsch, die die deutliche Mehrheit dem Jugendparlament zutrauen. Wo doch die Aufgaben so wichtig klingen: Rede- und Antragsrecht in den Fachausschüssen der Stadt Göttingen, ausgenommen der Schulausschuss, ausserdem beraten und unterstützen die Mitglieder die Ausschüsse insbesondere bei Fragen und Regelungen, die Jugendliche betreffen. Umso verwunderlicher ist der Wahlausgang:

Die TOP 3 gewählten Mitglieder des neuen Jugendparlamentes mit Ergebnis Stand 29.06.2020 sind Tim Wiedenmeier mit 231 Stimmen aus dem Otto-Hahn-Gymnasium, Fridolin Parth mit 181 Stimmen vom Hainberg-Gymnasium und Jakob Büchner mit 170 Stimmen ebenfalls vom Hainberg-Gymnasium. Insgesamt werden 13 verschiedene Schulen vertreten sein, dazu beide von mir benannten Bildungseinrichtungen sind auch mit dabei. Herzlichen Glückwunsch. Leider keinen Glückwunsch kann ich zu dem Wahlergebnis aussprechen:

Bei 231 Stimmen muß ich unweigerlich an meine Bekanntschaften auf Facebook, Instagramm und Twitter denken, ach so, dann kommen noch meine Schulfreunde dazu, und schon habe ich die Stimmen zusammen. Und wer das nicht gemacht hat, war nicht unter den 31 Besten. Ansonsten ist die Vertretung der 15.000 Wahlberechtigten mit unter 20 % Wählerstimmen nicht besonders toll, denn von den abgegebenen 3021 Stimmen müssen ja noch die abgezogen werden, die für Kandidaten abgegeben worden sind, die nicht im Parlament sind, verbleiben noch sagenhafte 2642 Stimmen.

Das absolut korrekte endgültige Wahlergebnis wird am kommenden Donnerstag 02.07.2020 vom Wahlausschuss in öffentlicher Sitzung ab 16:30 Uhr im Neuen Rathaus, Raum Cheltenham Raum 118 bekanntgegeben und dann nochmals ggf. korrigiert im Internet veröffentlicht. Seien Sie bei dieser landesbewegenden Bekanntgabe live dabei. Getränke und Schnittchen vorhanden (Glaube ich jedenfalls). Und hoffen wir nicht, das auch unser Jugendparlament in Göttingen so schnell die Lust verliert wie in Hannover Gehrden, wo inzwischen die Hälfte der „ Jungpolitiker „ die Segel gestrichen haben und nicht mehr dabei sind.

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