Samstag, 26.09.2020 07:10 Uhr

Können sich Clubs vor zweitem Lockdown retten?

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 30.06.2020, 16:03 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Special interest +++ Bericht 6109x gelesen

Zürich [ENA] Können sich Clubs vor zweitem Lockdown retten? - Bars und Clubs sind ein Hochrisiko für Ansteckungen mit dem Coronavirus. Der Vorfall im Flamingo-Club bestätigt dies. Doch schaffen App oder ID-Pflicht Abhilfe? Der Coronavirus-Ausbruch im Flamingo-Club in Zürich wird mehr und mehr zum Super-Gau für die Branche. Mehrere Infizierte, knapp 300 Personen in Quarantäne und falsche Kontaktdaten.

Nachdem es offenbar auch in der Tesla-Bar in Spreitenbach AG infizierte Besucher ausgemacht wurden, zittern die Club-Betreiber nun. Ein erneuter Shutdown der Clubs wegen des Coronavirus wäre katastrophal für die Branche. Und genau dies könnte passieren, kriegen die Clubs das Problem nicht in den Griff. Sollten sie die Schutzkonzepte nicht durchsetzen können, sei es an den Kantonen, die «Clubs zu schliessen». Das sagte Gesundheitsminister Alain Berset gestern Montagabend. Coronavirus: Hochrisiko bei Club-Besuchen Ohnehin gelten Clubs aufgrund des Coronavirus als Hochrisikoquelle bei Ansteckungen. Dies geht aus einer Risikoeinschätzung des Bundes hervor. Die Aufgabe lasse es kaum zu, dass Schutzmassnahmen getroffen werden können,

heisst es darin. Distanzregeln seien nicht anwendbar, Schutzausrüstung auch nicht. Ein ähnlich hohes Risiko bestehe laut Beurteilung lediglich beim Sexgewerbe. Der Bundesrat hat also das Risiko aufgrund der Lockerung bewusst in Kauf genommen. Man sei der Meinung gewesen, dass die Öffnung der Clubs mit Schutzkonzepten versucht werden müsse, heisst es seitens Bersets. Dies stösst auf Kritik – so etwa bei Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli, welche sich heute mit den Clubbetreibern trifft. Clubs unter Druck - Klar ist: Die Clubs stehen wegen des Coronavirus unter Druck. Eine Lösung muss her, denn ein erneuter Shutdown oder Einführung einer Sperrstunde wäre für viele Clubs das Ende.

Zur Debatte steht wegen des Coronavirus etwa eine Ausweis-Pflicht. Marcel Tanner, Epidemiologe und Mitglied der schweizerischen Corona-Taskforce dazu, nannte diese bei Nau.ch äusserst sinnvoll. Anders Vertreter der Bar & Club Kommission Zürich. Sie wolle vorschlagen, dass Party-Gäste vor dem Eintritt die Corona-Tracing-App des Bundes herunterladen müssen. Registrierung verhindert keine Ansteckungen - Eine App sei nur eine von verschiedenen Möglichkeiten. «Die Registrierung könnte auch mit Papierformularen oder mit einem Formular im Web erfolgen.»

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.