Montag, 19.10.2026 22:20 Uhr

WEC Barcelona: Toyota sichert sich den Titel in Spanien

Verantwortlicher Autor: Markus Faber Barcelona (ESP), 19.10.2026, 17:06 Uhr
Presse-Ressort von: Markus Faber Bericht 457x gelesen
Toyota Hypercar Nr. 7
Toyota Hypercar Nr. 7  Bild: Markus FAber

Barcelona (ESP) [ENA] Mit einer herausragenden Leistung sicherte sich Toyota beim ersten „6-Stunden-Rennen von Barcelona“ (präsentiert von Visit Qatar) am 18. Oktober einen Doppelsieg. Dieses Ergebnis besiegelt für den japanischen Automobilriesen den Gewinn des FIA World Endurance-Herstellertitel 2026.

Es begann auf nasser Strecke vor mehr als 55.000 begeisterten Fans – und die Bedingungen wurden prompt einigen Teilnehmern zum Verhängnis. Der von der Pole-Position gestartete André Lotterer wurde auf dem Weg zur ersten Kurve sowohl von seinem Teamkollegen bei Genesis Magma Racing, Daniel Juncadella – der einen Blitzstart hinlegte –, als auch vom Toyota-Racing-Star Sébastien Buemi überholt. Kurz darauf geriet der Lokalmatador in Kurve fünf ins Kiesbett. Dadurch fiel der Genesis mit der #19 von der Spitze an das Ende des Hypercar-Feldes zurück, während Buemi die Führung übernahm.

Diese Position behielt das Fahrzeug mit der #8 über den Großteil des Rennens bei; abgesehen von einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen eines Verstoßes beim Startvorgang lieferte das in der Meisterschaft führende Team eine makellose Leistung ab. Zu Beginn der zweiten Rennstunde zog der stark fahrende Nyck de Vries an Miguel Molina im Ferrari vorbei und sicherte Toyota damit eine Doppelführung. Die beiden TR010 Hybrid-Prototypen konnten in der Folge einen komfortablen Vorsprung auf das Verfolgerfeld herausfahren. Nach weiteren Stints von Brendon Hartley und Ryō Hirakawa im Fahrzeug mit der #8 sowie Mike Conway und Kamui Kobayashi im Schwesterauto mit der #7 überquerten die beiden Toyotas schließlich gemeinsam die Ziellinie.

Die souveräne Vorstellung bescherte der erfolgreichsten Marke der FIA WEC nicht nur den ersten Doppelsieg des Jahres, sondern auch zum achten Mal in 14 Saisons – und zum fünften Mal in der sechsjährigen Geschichte der aktuellen Hypercar-Ära – den Titel in der Hersteller- bzw. Teamwertung. Der TR010 Hybrid trat damit in die Fußstapfen seiner Vorgänger, des TS040 Hybrid und des GR010 Hybrid, und sicherte sich den Titel gleich in seiner Debütsaison. „Es ist großartig, dass das Team nach einem sehr schwierigen Jahr 2025 zurückschlagen konnte“, kommentierte Buemi, der diesen Erfolg bei seinem 100. FIA WEC-Rennen feierte.

„Das zeigt: Wenn wir hart zusammenarbeiten, können wir sehr stark zurückkommen. Ein großes Dankeschön und herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team für dieses fantastische Jahr. Aber es steht noch ein Rennen aus [im Kampf um den Fahrertitel], und am Ende wird die beste Crew gewinnen.“ „Ich glaube, wir haben in diesem Jahr einen riesigen Schritt nach vorn gemacht“, ergänzte Teamchef Kobayashi. „Wir hatten zwar nicht immer das beste Auto, waren aber in den Rennen sehr stark und konstant – und das hat uns viele Punkte eingebracht. Ein großes Dankeschön an die Toyota-Familie für die Unterstützung unseres Projekts. Jetzt können wir das letzte Rennen einfach genießen: Es wird keine Teamorder geben."

Der Ferrari 499P mit der #50, pilotiert von Molina, Antonio Fuoco und Nicklas Nielsen, sicherte sich nach einer soliden und problemlosen Fahrt den dritten Platz auf dem Podium. Das Schwesterauto mit der #51 – besetzt mit Antonio Giovinazzi, James Calado und Alessandro Pier Guidi – musste hingegen seine Titelverteidigung in der Fahrerwertung aufgeben: Nach einer Reihe von Rückschlägen landeten sie weit abgeschlagen auf dem 15. Platz, drei Runden hinter der Spitze. Der Cadillac mit der #38 profitierte von einer abweichenden Strategie.

Jack Aitken, Earl Bamber und Sébastien Bourdais konnten den Ferrari von AF Corse #83 mit Robert Kubica, Phil Hanson und Yifei Ye knapp auf Distanz halten und sich den fünften Platz sichern, während der Cadillac mit der #12 die Top 6 komplettierte. Für BMW, das zuvor die Weltmeisterschaft anführte, war es ein weiterer schwieriger Tag: Der M Hybrid V8 mit der #15 kam auf den siebten Platz, während das Fahrzeug mit der #20 zum dritten Mal in Folge leer ausging – obwohl es zwischenzeitlich auf den zweiten Platz vorgefahren war, bevor eine Zeitstrafe wegen eines Verstoßes bei den Reifendruckvorgaben zurückwarf.

Damit steht fest, dass in drei Wochen in Italien nur noch die beiden Toyota-Teams den Fahrertitel unter sich ausmachen werden. Für Genesis verlief das Wochenende durchwachsen: Beide koreanischen Fahrzeuge landeten aufgrund verschiedener Probleme und Fehler außerhalb der Punkteränge. Porsche dominierte die LMGT3-Klasse bei den „6 Stunden von Barcelona“. Der 911 GT3 R mit der #92 vom Team „The Bend Manthey“ sicherte sich einen souveränen Sieg. Die Fahrer Yasser Shahin, Riccardo Pera und Richard Lietz bescherten dem deutschen Hersteller damit den ersten Erfolg in der Saison 2026. Yasser Shahin wurde zudem mit dem „Goodyear Wingfoot – Driver of the Race“-Award ausgezeichnet.

Der Porsche lag ab der ersten Rennstunde über weite Strecken in Führung und setzte sich am Ende mit knapp fünf Sekunden Vorsprung gegen den McLaren von Garage 59 durch, der von Antares Au, Tom Fleming und Marvin Kirchhöfer pilotiert wurde. Damit avancierte das Trio im Auto mit der #92 zum siebten Sieger im siebten Saisonrennen – ein Beleg für die enorme Wettbewerbsdichte in der LMGT3-Klasse der FIA WEC, in der seriennahe Rennwagen zum Einsatz kommen. Für Porsche endete zudem eine lange Durststrecke: Es war der erste Sieg in dieser Klasse seit dem Erfolg bei den 24 Stunden von Le Mans im Jahr 2025. Die FIA World Endurance Championship 2026 endet mit den 6 Stunden von Monza, die vom 6. bis 8. November stattfinden.

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